Eigenheiten

Ambrosia artemisiifolia ist eine einjährige Pflanze. Das bedeutet im Idealfall dass sie im Frühsommer keimt, im Hochsommer blüht und im Oktober ihre Samen verliert und danach abstirbt. Unter guten Bedingungen wird die Pflanze bis 150cm hoch.

Bei uns fängt die Keimung im Juni an, in Südfrankreich bereits im Mai.Ich habe junge Pflanzen aber noch im September gefunden.

Die jungen Pflanzen sind einheitlich hellgrün, sie vertragen keine längere Trockenheit.

Wird die Pflanze abgeschnitten (Mähen oder Mulchen), dann treibt die Pflanze Seitenäste, die in wenigen Tagen schon Blüten bildet. Die Pflanze bleibt dann recht klein, oft nur 20cm hoch. Auch Trockenheit verursacht Stress, der die Pflanze in der Entwicklung behindert.

Ich habe eine Pflanze beobachtet, die erst im September gekeimt hat. Der Standort war trocken. Nach 6 Wochen war sie immer noch nur 5cm hoch und entwickelte dann im Oktober nur einige weibliche Blüten.

Die alten Pflanzen haben rot überlaufene Stängel und auch die Blätter färben sich rot. Dann wird sie am ehesten mit Beifuss verwechselt.

Verbreitungswege

Seit 150 Jahren kommt die Pflanze als Verunreinigung von Saatgut und Vogelfutter vor. Da sie sehr spät keimt, erst im späten Herbst zur Samenreife kommt und zudem die Pflanzen nicht frosthart sind, konnte sich Ambrosia bei uns nicht etablieren. Seit 10-20 Jahren hat sich sowohl die Pflanze als auch das Klima aber verändert: die Vegetationsperiode hat sich um 2 Wochen verlängert und die Samen vertragen Fröste.
Seit 2011 müssen alle Samenimporte auf Ambrosia kontrolliert sein. Das heißt aber nicht, dass sie frei sein müssen. Der Grenzwert sind ca. 30 Samen pro Kilo Saatgut.

Große Vorkommen von Ambrosia haben sich in Ungarn, Serbien, Ukraine, Italien und Südfrankreich etabliert.

Die Samen bleiben im Umkreis der Elternpflanze, da sie keine Schirmchen wie viele andere Korbblütler (Löwenzahn) haben. Sie müssen dann über Erdbewegungen verbreitet werden.

In Gärten findet man Ambrosia an Vogelfutterstellen oder wo Vogelkäfige gereinigt werden.
In landwirtschaftlichen Flächen findet man sie verstärkt in Blühwiesen und Sonnenblumenfeldern.
Im Rhein Neckar Kreis breitet sie sich vor allem entlang der B36 aus.

Die Erdbewegungen finden statt über Schlamm, der sich an Fahrzeugen befindet, beispielsweise über Baufahrzeuge oder Lastwagen die über Nacht am Straßenrand stehen. Es können auch die landwirtschaftlichen Geräte sein wie Eggen oder Grubber. Die Vorkommen 2017 in Wiesloch gehen auf wenige Pflanzen zurück, die im vorigen Jahr zur Samenreife gekommen sind und über Lastwagen und Baufahrzeuge eingeschleppt wurden.

Von daher müssen diese Flächen beobachtet werden,

  • an denen Erdbearbeitungen stattgefunden haben
  • Unkrautgesellschaften mit Beifuß, Gänsefuß, und anderen Pionierpflanzen (Entschuldigung für den Begriff ‚Unkraut‘ – das sind ja eigentlich die invasiven und gefährlichen Neophyten)
  • Randstreifen von Straßen
  • Blühwiesen
  • unbefestigte Parkplätze